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Forschung

Die Bewertung von finanziellen Risiken stellt nach wie vor eine große Herausforderung für das Verständnis von Finanzmärkten dar. Dies betrifft Marktteilnehmer und die Finanzmarktaufsicht gleichermaßen wie die akademische Forschung.

Die existierenden Modelle zur Quantifizierung von Finanzmarktrisiken und zur Bewertung von verschiedenen Finanzderivaten berücksichtigen bestehende Marktunvollständigkeiten nur unzureichend. Dies liegt häufig an zu vereinfachten Modellierungsansätzen, welche z.B. durch vernachlässigte exogene Risikofaktoren aber auch durch endogene Risiken entstehen, die sich durch die verschiedensten Vernetzungen innerhalb des Finanzsektors ergeben. Ein zentrales Ziel der aktuellen Forschung im Bereich der quantitativen Finanzmarktforschung besteht daher darin, die existierenden ökonomischen Risikofaktoren besser zu verstehen und in quantitativen Modellen zu erfassen. Diese Zielsetzung hat große Bedeutung sowohl bei der Steuerung von Unternehmen als auch bei der Sicherstellung der Stabilität der Finanzmärkte.

Die Abteilung für Quantitative Finanzmarktforschung beschäftigt sich intensiv mit den oben genannten Problemen. Im Bereich der Risikomodellierung sind Verfahren zur Quantifizierung von Konzentrationsrisiken in Kreditportfolios entwickelt worden, die insbesondere für Kreditgeber mit gering diversifizierten Portfolios von elementarer Bedeutung sind.

Weitere Arbeiten der Abteilung fokussieren auf den relevanten aber bisher unzureichend erforschten Bereich der Liquiditätsrisiken. Empirische Arbeiten belegen, dass einer der Hauptgründe für die Finanzkrise der letzten Jahre in unzureichender Liquidität liegt, die beispielsweise durch gravierende Unterschiede in den Fälligkeiten von Aktiva und Passiva eines Unternehmens entstehen kann. Vorhandene Modelle zur Berechnung der Ausfallwahrscheinlichkeiten von Unternehmen berücksichtigen diese Risiken häufig nicht. In aktuellen Arbeiten der Abteilung wurden diese beiden Bereiche zusammengeführt. Dabei wurden insbesondere auch mikroprudenzielle Risiken abgebildet, die durch das Verhalten der Anleger bzw. durch Koordinationsprobleme der Anleger untereinander entstehen. Die Einbeziehung von makroprudenziellen Risikofaktoren, die z.B. durch Veränderungen in der Marktliquidität und Ansteckungseffekte durch die Vernetzung der einzelnen Finanzinstitutionen eines Finanzsystems untereinander entstehen können, stehen ebenfalls im Fokus der aktuellen Forschung der Abteilung. Die Erfassung und Reduzierung solcher systemischer Risiken gehört aktuell zum Hauptfokus der Bankenaufsicht bei dem Bestreben, die Finanzstabilität zu stärken.

Die Forschungsagenda der Abteilung soll dazu beitragen, ökonomische Risiken besser zu verstehen und geeignete Methoden zur Quantifizierung von Finanzrisiken und zur Regulierung von Finanzmärkten herzuleiten. Die Abteilung arbeitet in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung für Mathematische Stochastik der Universität Freiburg sowie mit verschiedenen Universitäten und Finanzinstitutionen im In- und Ausland.

 

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